Sonntag, Mai 20, 2012
   
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"In der Macht, sich selbst zu ändern liegt die Macht, die Welt zu ändern"

(*Zitat: Anwar el Sadat, Politiker)

Wilmadiemachtseinlebenzuaendern

Als die kleine Wilma geboren wurde, hätte wohl niemand viel darauf gewettet, dass aus dem Mädchen mal was wird. Es war 1940, und die Welt steckte noch im Terror eines Weltkriegs. Wilma war das zwanzigste von 22 Kindern, ein Frühchen. „Was soll nur aus diesem Kind werden“, mag die Mutter Blanche sich gedacht haben, als die Schwester ihr das kleine Bündel von gerade mal 2000 Gramm auf die Brust legte.

Ein schwarzes Mädchen im Amerika der vierziger Jahre, der Vater Eisenbahnpförtner, die Mutter Dienstmagd reicher weißer Familien. Viel Zeit, darüber nachzudenken, wird die Mutter nicht gehabt haben: Sie hatte 22 Kinder zu ernähren, zu erziehen und einzukleiden. Die Rudolphs lebten wie Millionen von Amerikanern in größter Armut, die große Depression ließ keinen Raum für Träume. Wilmas Mutter schneiderte für ihre Kinder Kleider aus Mehlsäcken.

Wie die meisten Frühchen war Wilma ein zartes, kränkliches Kind. Und als sie vier Jahre alt war, schlug das Schicksal erneut zu: Wilma erkrankte an Kinderlähmung. Sie überlebte, doch ihr linkes Bein war verkrüppelt. Der Doktor, ein Arzt für die Armen und Schwarzen, sagte Wilmas Mutter, dass das Kind niemals würde laufen können.

Und genau hier könnte die Geschichte zu Ende sein, sie könnte wie viele Kindheitsgeschichten in der damaligen Zeit enden: Schwarz. Arm. Krank. Ein Leben in Elend.

Doch Wilmas Leben nahm eine andere Wendung. Wilmas Mutter weigerte sich, ihr Mädchen aufzugeben. Sie wollte medizinische Versorgung für Wilma. Doch die Krankenhäuser nahmen keine Schwarzen auf. Wilmas Mutter suchte und fand schließlich das Meharry Hospital, ein medizinisches College für Schwarze. Dort würde man Wilma behandeln. Das Krankenhaus war 80 Kilometer entfernt – auch das hielt Blanche Rudolph nicht ab. Zwei mal in der Woche reiste sie mit der Kleinen in das Krankenhaus zur Krankengymnastik. Als Wilma sieben Jahre alt war, konnte sie – mit Hilfe von Metallstützen und Krücken – laufen. Die Ärzte zeigten Wilma und ihrer Mutter, wie sie zu Hause weiter üben konnte. Und jeden Tag machte Wilma ihre Krankengymnastik: Entweder mit der Mutter oder mit einem ihrer 21 Geschwister. Die ganze Familie unterstützte Wilma, sie ließen keinen Zweifel daran: Wilma konnte, Wilma durfte nicht aufgeben!

Als Wilma zwölf Jahre alt war, konnte sie schliesslich normal laufen. Und das kleine, schwarze Mädchen aus ärmsten Verhältnissen beschloss, es allen zu zeigen: sie wollte Sportlerin werden!

1956 holte sie Bronze bei den Olympischen Spielen in Melbourne, am 7. September 1960 gewann Wilma Rudolph bei den Olympischen Spielen in Rom drei Mal Gold in allen Kurzstreckendisziplinen! Das unterentwickelte Frühchen, das kränkliche Kind mit dem verkrüppelten Bein, die Kleine, der der Arzt vorhergesagt hatte, dass sie niemals laufen könnte: Sie wurde zur schnellsten Frau der Welt gekürt.

Warum wurde Wilma erfolgreich?

Sie hatte ein Ziel und starke Disziplin, die sie in den langen Jahren ihrer Krankheit trainiert hatte. Dadurch konnte sie die Überzeugung entwickeln: Wenn ich nur hart genug an etwas arbeite, kann ich es erreichen! Auch half ihr die stete Unterstützung ihrer Familie, die sie nie fallen ließ. Und vor allem half ihr der unerschütterliche Glaube an sich selbst, die Gewissheit, die sie durch ihre Krankheit hindurch erhalten hatte: Ich kann einmal mehr aufstehen, als ich hinfalle.

Das wollen wir den Kindern bei you are life! zeigen:

Glücklich und erfolgreich leben heißt: Stehe einmal mehr auf, als du hinfällst!


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